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Landesmuseum Mainz Römische Zeit

Collection: Römische Zeit ( Landesmuseum Mainz )

About the collection

In der römischen Sammlung des Landesmuseums werden die Anfänge der Mainzer Stadtgeschichte sichtbar. Der römische Kaiser Augustus ließ Truppen aus dem Inneren Galliens an den Rhein verlegen. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde etwa 13/12 vor Chr. gegenüber der Mainmündung auf dem Kästrich in Mainz ein besonders großes Legionslager gebaut. Mit einer Fläche von 36 Hektar beziehungsweise 360.000 Quadratmetern war es während des 1. Jahrhunderts nach Chr. mit zwei Legionen zu jeweils 6.000 Mann besetzt. Zahlreiche Ausrüstungsgegenstände des römischen Heeres, wie Helme, Schwerter, Dolche, sind erhalten geblieben. Zudem ist der Mainzer Bestand an Steindenkmälern mit seiner Fülle und Qualität an Grabsteinen, Weihesteinen und Jupitersäulen in Europa nördlich der Alpen einzigartig.

Die einheimisch-keltische Bevölkerung sah sich einer neuen Zivilisation gegenüber, die viele Errungenschaften aus dem Süden an den Rhein mitbrachte. Töpfereien in Italien, später in Gallien, lieferten Terra Sigillata, ein rot glänzendes Tafelgeschirr, an den Rhein. In Amphoren kam mittelmeerischer Wein, ebenso Olivenöl. Neu war am Rhein auch das Lateinische, die Amtssprache des Militärs und der Verwaltung. Die Kunst römischer Baumeister und Steinmetze setzte neue Maßstäbe. Und nicht zuletzt wurde auch die Verwendung und Herstellung von Glasgefäßen durch die Römer hier eingeführt.

Um das Mainzer Legionslager siedelten sich bald zahlreiche Zivilisten an. Sie kamen in der Hoffnung auf Handel und allerlei Geschäfte, denn das Militär verfügte über eine Truppenkasse, und die Soldaten bekamen Sold. Die Geschäfte der Zivilbevölkerung gingen offensichtlich gut. Das zeigen die Stiftungen an verschiedene Kaiser. Die Kaufleute mit römischem Bürgerrecht stifteten Kaiser Claudius eine Bronzestatue, von der sich leider nur die Basis mit der Inschrift erhalten hat. Die für das Heil des Kaisers Nero geweihte Jupitersäule ist ein besonders aufwendiges und kostspieliges Werk. Auf den Reliefs der Jupitersäule sind außer Jupiter insgesamt 27 weitere Göttinnen und Götter abgebildet, darunter Fortuna, Minerva, Juno, Apollo, Merkur, Hercules.

Durch Kaiser Domitian wurde etwa 85 nach Chr. der obergermanische Heeresbezirk in die Provinz Obergermanien umgewandelt. Der in Mainz residierende Statthalter hatte gleichzeitig das Oberkommando über alle in seiner Provinz stationierten Truppen und die Zivilverwaltung seiner Provinz inne. Mainz war somit faktisch die Hauptstadt der Provinz Obergermanien, deren Gebiet vom Neuwieder Becken bis zum Genfer See reichte und im Südwesten Burgund einschloß.

Die Sammlung ist derzeit wegen Umbaus geschlossen. (Michael J. Klein)

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