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Martha Saalfeld (1898-1976)

Martha Saalfeld (Martha vom Scheidt) geboren am 15. Januar 1898 in Landau (Pfalz) und gestorben am 14. März 1976 in Bad Bergzabern. Sie war eine deutsche Lyrikerin und Romanschriftstellerin.
Saalfeld besuchte bis 1914 die Höhere Mädchenschule in Landau, absolvierte als Externe 1921 in Kaiserslautern das Abitur und studierte anschließend in Heidelberg Philosophie und Kunstgeschichte. Eine bei Karl Jaspers begonnene Dissertation brach sie 1927 ab. Nach Vermittlung von Rudolf G. Binding erschien 1926 die Sammlung „Der unendliche Weg“ mit Holzschnitten von S.s Studienkollegen und späterem Ehemann Werner vom Scheidt in der „Neuen Rundschau“ (Buchdruck 1934), für die S. Anerkennung u. a. von Oskar Loerke, Hermann Hesse und Stefan Zweig erhielt (Lyrikpreis d. S. Fischer Verlags 1927). Weitere Gedichte folgten in Zeitschriften und Zeitungen sowie 1929 in der von Willi Fehse und Klaus Mann herausgegebenen „Anthologie jüngster Lyrik“. Saalfelds Sonette erschienen 1931 mit dem Titel „Gedichte“. In dieser Zeit stand sie dem Kreis um Martin Raschkes (1905–43) Zeitschrift „Kolonne“ nahe. Erfolg erzielte sie v. a. mit|ihrem Theaterstück „Beweis für Kleber“ (UA Nat.theater Mannheim 1932).
Die Freundschaft ihres Ehemanns mit Otto Pankok (1893–1966) veranlaßte die Familie, über Worms (1937) nach Düsseldorf zu ziehen, wo Saalfeld, die 1931-33 eine Lehre als Apothekenassistentin absolviert hatte, in Apotheken angestellt war. Der Entzug ihres Schriftstellerausweises 1938 kam einem Veröffentlichungsverbot gleich. Aus politischen und beruflichen Gründen zog das Paar 1939 nach Babenhausen, wo Saalfeld in einer Apotheke und später für eine Munitionsfabrik dienstverpflichtet wurde, 1945 nach Wasserburg/Inn, 1948 schließlich nach Bad Bergzabern. Nach dem Krieg setzte die „pfälz. Sappho“ (E. Langgässer) mit dem 1946 in Hulda Pankoks Drei Eulen Verlag veröffentlichten Gedichtbändchen „Dt. Landschaften“ ihre Naturlyrik fort. Für die Erzählung „Der Wald“ (1949) erhielt sie 1949 den 2. Preis beim „Rhein.-Pfälzischen Literaturwettbewerb“.
Saalfeld veröffentlichte erst im Alter Romane (Pan ging vorüber, 1954, ill. v. W. vom Scheidt; Anna Morgana, 1956, ill. v. Wilhelm Neufeld; Der Mann im Mond, 1961). Sie haben meist autobiographischen Hintergrund, zeichnen sich durch Naturverliebtheit, poetisch-lyrischen Grundton und magisch-märchenhafte Motive aus, werfen aber auch Fragen von Schuld und Sühne, Gerechtigkeit und Vergebung auf. Der oft mißachtete Zeitbezug von Saalfelds Prosa kommt
u. a. zum Ausdruck in ihren Romanen „Judengasse“ (1965, ill. v. W. vom Scheidt) und „Isi oder die Gerechtigkeit“ (1970), in denen die Judenverfolgung thematisiert wird. Politisch engagierte sich S. als SPD-Mitglied und für die Aktion „Kampf dem Atomtod“ (1958).
(Quelle Deutsche Biographie am 3.12.2018)

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Kaltnadel-Radierung (Kinderbildnis Martha Saalfeld)Linolschnitt (Der Komet, Gedicht von Martha Saalfeld)Kaltnadel-Radierung (Rudolf Hagelstange liest Martha Saalfelds letztes Gedicht)Linolschnitt (Der Komet – Gedicht von Martha Saalfeld)Kaltnadel-Radierung (Toter Habicht)
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