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Stadtmuseum Simeonstift Trier [XI.357]

Katabori-Netsuke des Kappa, mit einem Fuß in einer großer Muschel gefangen

Katabori-Netsuke des Kappa, mit einem Fuß in einer großer Muschel gefangen (Stadtmuseum Simeonstift Trier RR-R)
Provenance/Rights: Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)
"Katabori-Netsuke des Kappa, mit einem Fuß in einer großer Muschel gefangen

Provenance/Rights: 
Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)

"Katabori-Netsuke des Kappa, mit einem Fuß in einer großer Muschel gefangen

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Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)

Description

Über eine große, glattwandige Hamaguri-Muschel klettert ein affenähnliches Mischwesen mit geschupptem Körper, Affenkopf mit längerem, glattem Haar und kreisrunder Mulde in der Schädelkrone. Sein rechter Fuß ist in der Muschel eingeklemmt. Durch Schwärzungen sind Details wie die dunklen Augenhöhlen und der geschuppte Körper des Fabelwesens akzentuiert. Die beiden Himotōshi auf der Unterseite haben unterschiedliche Größen und Formen. Es handelt sich bei der gefangenen Figur um den Wassergeist Kappa, ein Fabelwesen aus Erzählungen, das in Flüssen und Teichen lebt. Es gilt als übermutig und zügellos und ist stets zu bösen Streichen aufgelegt. Der Sage nach zieht es mit Vorliebe junge Frauen, Kinder und Pferde in die Tiefe, um sie zu ertränken und dann zu verschlingen. Aber auch dieses Fabelwesen hat einen Schwachpunkt. Aus der mit Flüssigkeit gefüllten tellerförmigen Vertiefung auf seinem Scheitel zieht es seine Kraft, und wenn dieses Lebenselixier vergossen wird, wird es hilflos. Da es neben seinen grauenvollen Angewohnheiten aber von sehr höflicher Natur ist, muss man es lediglich durch eine Verbeugung dazu bewegen, es einem nachzutun. Dabei wird die Flüssigkeit verschüttet und der Kappa birgt keine Gefahr mehr für sein Gegenüber. Der beliebte Typ dieser Darstellung ist eine Anspielung auf die Gefahren des Verliebtseins. Denn betrachtet man die Muschel, wie in der japanischen Ikonographie durchaus üblich, als Sinnbild für die weiblichen Genitalien, hat sich das Schicksal für den Kappa, der sich sonst sogar verwandelt, um Mädchen zu verführen, augenblicklich gewendet. Er ist derjenige, der gefangen und nun selbst Opfer weiblicher Begierde geworden ist. Um die erotische Aussage der Darstellung zu unterstreichen, sind sogar die Hoden des Kappa erkennbar ausgeformt. Dieses Motiv machte den Schnitzer Suketaga aus Hida (1852–1915) berühmt. Das im 19. Jahrhundert beliebte Motiv wurde aber auch von vielen anderen Künstlern wie Rensai und im vorliegenden Fall Masatoshi aufgegriffen und umgesetzt.

(Der Text von Diana Lamprecht M.A. ist entnommen aus der Broschüre "Götter und Geister am Gürtel. Netsuke aus der Sammlung Dr. Martin Schunck, Museumssammlung im Blickpunkt. Band 2, Stadtmuseum Simeonstift Trier, 2015)

Material/Technique

Elfenbein und Horn

Measurements

3,8 x 4,2 x 3,8 cm

Keywords

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Stadtmuseum Simeonstift Trier

Object from: Stadtmuseum Simeonstift Trier

Das Museum ist ein stadtgeschichtliches Museum mit Sammlungsschwerpunkten auf Zeugnissen der Trierer Stadtgeschichte sowie auf Kunst und Kultur der ...

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