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Stadtmuseum Simeonstift Trier [XI.263]

Trick-Netsuke mit dem Glücksgott Daikoku und einem Sack mit Ratte

Trick-Netsuke mit dem Glücksgott Daikoku und einem Sack mit Ratte (Stadtmuseum Simeonstift Trier RR-R)
Provenance/Rights: Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)
"Trick-Netsuke mit dem Glücksgott Daikoku und einem Sack mit Ratte

Provenance/Rights: 
Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)

"Trick-Netsuke mit dem Glücksgott Daikoku und einem Sack mit Ratte

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Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)

Description

Dieses Netsuke zeigt einen hockenden, lachenden Mann mit auffällig dicken Ohrläppchen und flacher Mütze in einem reich geschmückten, langen Gewand, in dessen Gürtel am Rücken der Figur ein verzierter Hammer eingehängt ist. Der Mann hält einen großen, prall gefüllten Sack mit sichtbaren Nähten geöffnet, aus dem eine bewegliche, rotäugige Ratte hervorlugt. Auf der Unterseite des Sacks befindet sich die Signatur in hochovaler Rahmung. Die beiden Himotōshi sind auf der Rückseite des Sacks dicht bei der Figur übereinanderstehend eingebohrt. Daikoku ist neben Hōtei, Ebisu, Benten, Bishamon, Fukurokuju und Jurōjin einer der sieben japanischen Glücksgötter (shichi fukujin ). Sie sind Bestandteil des japanischen Volksglaubens und haben ihre Wurzeln in verschiedenen Regionen und Religionen. Die Glücksgötter gehörten ab dem 18. Jahrhundert zum Motivrepertoire der Netsuke und blieben auch im gesamten 19. Jahrhundert ein beliebtes Thema. Ab den späten 1860er-Jahren wurden sie vermehrt auch als Exportartikel für europäische Sammler produziert. Daikoku selbst stammt ursprünglich aus dem indisch-hinduistisch-buddhistischen Kulturkreis, wird aber bereits seit der Heian-Zeit (794–1185) in Japan verehrt. Als Erinnerung an seine Herkunft sind ihm die für buddhistische Figuren charakteristischen dicken und vermeintlich glücksbringenden Ohrläppchen geblieben. Er gilt als Gott des Reises, aber vor allem als Beschützer des Reichtums und Wohlstands. Seine Attribute sind meist zwei Reisballen, ein Sack, ein Wunschhammer und die Ratte in unterschiedlichen Kombinationen. Als Glücksgott des Wohlstandes ist er von ganz besonderer Bedeutung für die Kaufleute und Händler, also jener Bevölkerungsschicht, die besonders der Netsuke-Mode zugetan war und deren Interessen und Wünsche sich in den Motiven widerspiegeln. Dementsprechend häufig findet sich Daikoku als Motiv wieder. Auch in der Sammlung Schunck sind viele weitere Varianten des Themas, mitunter auch im Zusammenspiel mit anderen Glücksgöttern, zu finden. Die Ratte ist in der japanischen Bildersprache ein überaus positiv belegtes Symboltier. Zum einen findet man sie als Begleiter und Bote des Daikoku, wo sie als Hinweis auf Überfluss zu deuten ist, da es den Gott in keiner Weise anficht, wenn die Ratte die Säcke mit dem kostbaren Gut anknabbert und sich bedient. Darüberhinaus waren die Ratten der Legende zufolge die ersten Tiere am Sterbebett Buddhas, zählen deshalb als das erste Tier der zwölf chinesischen Tierkreiszeichen und sind folglich auch im Buddhismus ein beliebtes und positiv bewertetes Tier. Dieses Netsuke hat noch eine Besonderheit: Die Ratte im Sack ist mobil und kippt, wenn man es bewegt, zurück in den Sack und wieder hervor. Trick-Netsuke (z. B. Gruppe von Spielzeugen, Inv. Nr. XI 619) sind Beispiele der besonderen Kunsthandfertigkeit ihrer Schnitzer.

(Der Text von Diana Lamprecht M.A. ist entnommen aus der Broschüre "Götter und Geister am Gürtel. Netsuke aus der Sammlung Dr. Martin Schunck, Museumssammlung im Blickpunkt. Band 2, Stadtmuseum Simeonstift Trier, 2015)

Material/Technique

Elfenbein

Measurements

4 x 5 x 2,1 cm

Keywords

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Stadtmuseum Simeonstift Trier

Object from: Stadtmuseum Simeonstift Trier

Das Museum ist ein stadtgeschichtliches Museum mit Sammlungsschwerpunkten auf Zeugnissen der Trierer Stadtgeschichte sowie auf Kunst und Kultur der ...

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