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Stadtmuseum Simeonstift Trier Ostasiatika [XI.153]

Katabori-Netsuke eines Krötenpaares in Paarung

Katabori-Netsuke eines Krötenpaares in Paarung (Stadtmuseum Simeonstift Trier RR-R)
Provenance/Rights: Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)
"Katabori-Netsuke eines Krötenpaares in Paarung

Provenance/Rights: 
Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)

"Katabori-Netsuke eines Krötenpaares in Paarung

Provenance/Rights: 
Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)

Description

Die große, leichte Schnitzerei zeigt eine hockende weibliche Kröte, auf deren Rücken eine kleinere, männliche Kröte sitzt. Beide Tiere haben eine fein geschnitzte, mit Warzen bedeckte Haut am Rücken und den Extremitäten, aber glatte Mäuler und Bäuche. Die großen, wachen Augen der Tiere sind aus eingelegtem, dunklen Horn. Am Bauch der großen Kröte befindet sich die große, deutlich gravierte Signatur »Masanao«. Zum Durchführen der Kordel kann der Zwischenraum unterhalb des rechten Vorderarms des Männchens genutzt werden. Die Kröte, jap. gama, begegnet uns als Attribut des Gama Sennin und dort als magisches Wesen, das in den daoistischen Arzneibüchern zur Verlängerung des Lebens eine Rolle spielt (siehe Inv. Nr. XI 401, S. 30–31 im Katalog). Im Zen-Buddhismus erkennt man in ihnen ein Gleichnis: Die Kröte wartet regungslos und geduldig auf ihre Beute, um dann blitzschnell zuzuschnappen. Ebenso verharrt der Zen-Buddhist während der Meditation bewegungslos, bleibt aber gleichzeitig hellwach. Die Netsuke-Schnitzer faszinierte hingegen vornehmlich der gerne wiedergegebene, grotesk anmutende Größenunterschied zwischen den Geschlechtern, welches zugleich die Möglichkeit zu erotischen Anspielungen bietet. Auch bietet sich die natürlich runde Form der Kröte für das Netsuke an und die genoppte Oberfläche ihrer Haut lässt dem Schnitzer den Freiraum, verschiedene Techniken zur Wiedergabe anzuwenden. Dieses Exemplar trägt eine Signatur und dazu noch die eines bekannten Meisters beziehungsweise vieler Meister, denn »Masanao« taucht als Name verschiedener Künstler auf. Einer von ihnen war Ende des 18. Jahrhunderts in Kyōto tätig und schnitzte seine Arbeiten, vornehmlich Tiere, sowohl aus Elfenbein als auch aus Holz. Er gilt heute als einer der besten Netsuke-Schnitzer aus Kyōto und gilt als Erfinders des beliebten Motivs des »Glücksspatzes« (fukura-suzume), welches auch in der Sammlung Schunck vertreten ist (als Kopie nach Masanao, Inv. Nr. XI 132). Ein weiterer, sehr geschätzter und auch im Westen sehr bekannter Schnitzer dieses Namens kam aus der Region Ise-Yamada. Er gilt als Begründer des Masanao-Clans, dem noch weitere Schnitzer gleichen Namens entstammten. Dieser Masanao, Suzuki Masanao, aus Ise lebte von 1815 bis 1890 und war bekannt für seine fein geschnitzten Holznetsuke. Seine drei Nachfolger trugen aus Verwandtschaftsgründen denselben Namen. Und auch seine Schüler haben gelegentlich mit »Masanao« signiert, um die große Nachfrage nach seinen Arbeiten zu befriedigen. Gerade das Motiv der großen weiblichen Kröte mit kleinerem Männchen auf ihrem Rücken wurde vielfach von Künstlern aus der Region Ise-Yamada mit der Signatur »Masanao« aus Buchsbaumholz geschnitzt. Eine Zuschreibung auf einen bestimmten Künstler ist nahezu unmöglich. Das Fehlen der Löcher (himotōshi ) zum Durchfädeln der Schnur macht allerdings eine Herstellung im späten 19. Jahrhundert wahrscheinlich.

(Der Text von Diana Lamprecht M.A. ist entnommen aus der Broschüre "Götter und Geister am Gürtel. Netsuke aus der Sammlung Dr. Martin Schunck, Museumssammlung im Blickpunkt. Band 2, Stadtmuseum Simeonstift Trier, 2015)

Material/Technique

Holz und Horn

Measurements

3,67 x 4,44 x 5,76 cm

Keywords

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Stadtmuseum Simeonstift Trier

Object from: Stadtmuseum Simeonstift Trier

Das Museum ist ein stadtgeschichtliches Museum mit Sammlungsschwerpunkten auf Zeugnissen der Trierer Stadtgeschichte sowie auf Kunst und Kultur der...

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