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Stadtmuseum Simeonstift Trier [XI.1002 a-c]

Vierteiliges Inrō mit Schreibplatz der Dichterin Murasaki Shikibu auf einer Seite und Blick

Vierteiliges Inrō mit Schreibplatz der Dichterin Murasaki Shikibu auf einer Seite und Blick (Stadtmuseum Simeonstift Trier RR-R)
Provenance/Rights: Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)
"Vierteiliges Inrō mit Schreibplatz der Dichterin Murasaki Shikibu auf einer Seite und Blick

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Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)

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Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)

Description

Der Korpus ist abgeflacht, hochrechteckig, sich zur Mitte wölbend und in vier Fächer gegliedert. Auf der einen Seite, auf Goldgrund, hinter einem mit goldfarbenen Ornamenten geschmückten Vorhang verborgen, befindet sich im Schein einer Öllampe ein Schreibplatz mit Heften und Büchern, eines davon aufgeschlagen auf dem Boden liegend. Einige Elemente der Darstellung sind im Hochrelief (takamakie) hervorgearbeitet. Auf der anderen Seite befindet sich auf Silbergrund eine abendliche Ansicht des Biwa-Sees mit Vollmond. Im Vordergrund unten vor der Uferböschung fliegt ein reliefierter Spatz. Im Mittelgrund rechts sieht man ein kleines Ruderboot und im Hintergrund eine Brücke. Auf der Unterseite des Inrō befindet sich die Signatur. Die Dichterin Murasaki Shikibu war die Autorin der Erzählung »Die Geschichte des Prinzen Genji«, des berühmtesten Romans Japans und Klassikers der Weltliteratur. Sie entstammte einer einflussreichen Familie und lebte am Anfang des 11. Jahrhunderts als Hofdame im Dienst der Kaiserin in Kyōto. Teile der Erzählung soll sie in einem Tempel am Biwa-See geschrieben haben. Wie bereits einleitend erläutert, hatte die japanische Herrenbekleidung jener Zeit keine Taschen. Folglich hängte man alles, was man bei sich tragen wollte, an einer durch das Netsuke gefädelten und hinter dem breiten Gürtel geführten, meist seidenen Kordel. Die verschiedenen Beutel, Taschen und Gefäße fasst man unter dem Sammelbegriff sagemono, wörtlich »Hänge-Dinge« zusammen. Sie waren kunstvoll gefertigte Objekte und im Status vergleichbar mit Schmuck. Nicht selten hatten Sagemono und Netsuke ein gemeinsames Thema. Neben dem Geldbeutel (kinchaku ), dem Pfeifenetui (kiseruzutsu, z. B. Inv. Nr. XI 1020), Etuis für Schreibgeräte (yatate, z. B. in Gestalt eines kleinen Flaschenkürbisses, Inv. Nr. XI 1242) und dem Tabaksbeutel (tabako-ire aus Leder oder tonkotsu aus Holz) gab es auch das Inrō. Ursprünglich handelte es sich um ein Gefäß für das persönliche Siegel und sein Zubehör, so bedeutet inrō wörtlich auch »Siegel-Korb«. Etwa ab dem 17. Jahrhundert aber wurde es vornehmlich als Behältnis für Medizinprodukte verwandt. Sie waren besonders von den gesellschaftlich hoch gestellten Samurai geschätzt. Inrō sind meist aus Lack gefertigt und bestehen aus maximal sechs passgenau aufeinanderliegenden Fächern, welche durch die an beiden Seiten hindurchgeführte und am Boden verknotete Kordel zusammengehalten werden. Zum Öffnen schiebt man das Ojime, einen kugelförmigen Schieber oberhalb des Inrō mit durchgehendem Loch, etwas nach oben und kann die Fächer nun auseinanderziehen.

(Der Text von Diana Lamprecht M.A. ist entnommen aus der Broschüre "Götter und Geister am Gürtel. Netsuke aus der Sammlung Dr. Martin Schunck, Museumssammlung im Blickpunkt. Band 2, Stadtmuseum Simeonstift Trier, 2015)

Material/Technique

Holz, Golddekor, Silber, Schwarz- und Rotlack, farbige hiramakie und takamakie, verschiedene Einlagen, Ojime aus rot gefasstem Rosenquarz, Ryūsa-Manjū-Netsuke aus Hirschhorn

Measurements

7,3 x 6,7 x 2,1 cm

Keywords

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Stadtmuseum Simeonstift Trier

Object from: Stadtmuseum Simeonstift Trier

Das Museum ist ein stadtgeschichtliches Museum mit Sammlungsschwerpunkten auf Zeugnissen der Trierer Stadtgeschichte sowie auf Kunst und Kultur der ...

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