museum-digitalrheinland-pfalz

Close
Close
Stadtmuseum Simeonstift Trier [VI.302 a u. b]

Zwei von vier gepolsterten Stühlen

Zwei von vier gepolsterten Stühlen (Stadtmuseum Simeonstift Trier RR-R)
Provenance/Rights: Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)
"Zwei von vier gepolsterten Stühlen

Provenance/Rights: 
Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)

"Zwei von vier gepolsterten Stühlen

Provenance/Rights: 
Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)

Description

Die Gestelle der Polsterstühle sind aus massivem Nussbaum gearbeitet. Die Vorderbeine sind profiliert, geschweift, enden in Voluten und sind an den Schultern mit Schnitzwerk dekoriert. Die rückwärtigen Beine sind kantig und leicht säbelförmig ausgestellt. Die geschweifte Zarge ist vorne an zentraler Stelle mit einem geschnitzten Muschelmotiv verziert. Der trapezförmige Sitz ist mit einem hohen Polster versehen, das bei den beiden hier vorgestellten Stühlen noch den originalen Veloursbezug besitzt. Die geschweifte Rückenlehne wird aus profilierten, annähernd herzförmigen Seitenstützen mit einem Schulterbrett gebildet und ist mit einem beschnitzen Mittelsteg verstrebt. Das Lehnenhaupt besitzt eine aufwendig geschnitzte Kartusche, die als Griff ausgebildet ist und mit C- und S-Schwüngen, Akanthusvoluten, Rauten, Beschlagwerk, einer Muschel und einer Blüte reich verziert ist. Allerdings konzentriert sich der Schnitzdekor auf die Vorderseite, während die Rückseite glatt belassen ist. Die vier Stühle bildeten ursprünglich mit einem dreisitzigen Sofa eine komplette Sitzgruppe. Leider ist über den Verbleib des Sofas nichts bekannt. Die Stühle sind typische Beispiele für Möbel des Louis Philippe (1840–1870). Ab etwa 1840 wird die strenge und geradlinige Gestalt des Biedermeiermöbels immer mehr aufgegeben. Weiche, runde und geschweifte Formen setzen sich zunehmend durch. Die Möbel erhalten einen bewegten Umriss, und auch der Dekor wird wieder üppiger und ausschweifender. Elemente des Rokoko werden zwar wieder aufgenommen, imitieren aber im Gegensatz zum Zweiten Rokoko den Spätbarock nicht. Bei Sitzmöbeln wird auf eine bequeme Polsterung Wert gelegt. Komfort und Annehmlichkeit stehen im Vordergrund. Dies ist deutlich an diesen beiden Stühlen aus der Sammlung des Trierer Museums zu erkennen, die mit ihren breiten Sitzen und der hohen Polsterung ein angenehmes Sitzen garantieren. Die Zuordnung der Stühle zu einer Region ist nur bedingt möglich. Ein Stuhl des Mainzer Priesterseminars, der etwas früher (um 1845/50) datiert wird, zeigt zwar noch strengere und zurückhaltende Formen, besitzt aber ebenfalls eine geschweifte Zarge. Auch hier ist das Polster des trapezförmigen Sitzes recht hoch. Ebenso sind die Vorderbeine geschwungen und enden in Voluten, während die rückwärtigen kantig und leicht säbelförmig ausgestellt sind. Im Zentrum der Zarge und dem Mittelsteg der Rückenlehne findet sich jeweils eine Muschel, die denen an den hier vorgestellten Stühlen sehr ähnlich gestaltet ist. Auch ist die Ausbildung der Beinschultern verwandt, wobei allerdings in dem früheren Möbel noch auf das Schnitzmotiv verzichtet wurde. Eine Provenienz aus Mainz wäre demnach nicht auszuschließen.

(Der Text ist mit genauen Quellenangaben und Fußnoten im Katalog zur Ausstellung "Aufgemöbelt - Historische Möbel aus der Sammlung des Stadtmuseums Simeonstift" nachzulesen.)

Material/Technique

Nussbaum, Velours

Measurements

H 98.5 cm, B 52 cm, T 45 cm

Stadtmuseum Simeonstift Trier

Object from: Stadtmuseum Simeonstift Trier

Das Museum ist ein stadtgeschichtliches Museum mit Sammlungsschwerpunkten auf Zeugnissen der Trierer Stadtgeschichte sowie auf Kunst und Kultur der ...

Contact the institution

[Last update: ]

Usage and citation

Cite this page
The textual information presented here is free for non-commercial usage if the source is named. (Creative Commons Lizenz 3.0, by-nc-sa) Please name as source not only the internet representation but also the name of the museum.
Rights for the images are shown below the large images (which are accessible by clicking on the smaller images). If nothing different is mentioned there the same regulation as for textual information applies.
Any commercial usage of text or image demands communication with the museum.