museum-digitalrheinland-pfalz

Close
Close
Stadtmuseum Simeonstift Trier Möbel [VI.21]

Kommode sans traverse

Kommode sans traverse (Stadtmuseum Simeonstift Trier RR-R)
Provenance/Rights: Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)

Description

Die zweischübige Kommode mit ihrer strengen, quaderförmigen Form ist in Pfostenbauweise gearbeitet und besitzt seit der letzten Restaurierung 2014 eine Deckplatte aus grau geädertem Carrara-Marmor. Die Ecken der vorderen Pfosten sind abgeschrägt (Pans coupés), mit drei eingelegten Kanneluren gegliedert, und oben sind abschließende Messingbeschläge angebracht, die mit ihren stilisierten Formen an ein Kapitell erinnern. Diese Kanneluren wiederholen sich an den hinteren Pfosten. Nach unten hin verjüngen sich die kantigen Beine. Die Schubladen sind ohne Traversen in den Korpus integriert, es handelt sich um eine Kommode sans traverse. Das Dekorationsmotiv ist an der Front über beide Schubladen geführt. Auf dem dunklen Palisanderfurnier sind drei hochrechteckige Felder aus gespiegeltem Rosenholz gestellt, die mit einer geometrischen Rahmung dekoriert sind. Ein schmales Würfelband umgibt eine gedoppelte Faden- Marketerie, die an den Ecken mäandert und in die gefiederte Bänder eingelegt sind. Die Seiten nehmen diesen Schmuck in schlichter Form wieder auf. Das Dekor der Kommode lebt von dem Hell/Dunkel-Kontrast: dunkler Palisander, helles Rosenholz, dunkle Mooreiche und heller Buchsbaum. Als Handhaben dienen tordierte Zugringe an Schilden, die ovalen Schlüsselschilde sind mit Schleifen bekrönt. Diese Beschläge sind neueren Datums und orientieren sich an der Entstehungszeit des Möbels.Die Kommode geht auf französische Modelle des Style Transition, des Übergangsstils der Zeit Ludwigs XV. zu Ludwig XVI., zurück. Mit ihrer strengen Formensprache, dem quaderförmigen Korpus, den Schubladen ohne Trennung durch Traversen und den Pans coupés lehnt sich das Möbel an diese Vorbilder an. Allerdings besitzt sie eckige, sich nachunten hin verjüngende Beine und nicht mehr die für diese Zeit typischen gebogenen Beine. Dies und die mäandrierenden Faden-Marketerien sind Merkmale des Klassizismus. In André-Jacob Roubos Publikation „L‘Art du Menuisier Ébéniste“ von 1774 findet sich auf Tafel 287 ein Vorbild zu diesem Motiv. Aufgrund der klassizistischen Stilelemente ist das Möbel später, nämlich auf das Ende des 18. Jahrhunderts zu datieren. Trotz der engen stilistischen Einflüsse Frankreichs, die bei dieser Kommode zu finden sind, muss aufgrund der Pfostenbauweise, der starken Bretter der Schubladenfronten und der Seiten sowie des Korpusmaterials Nadelholz auf eine westdeutsche Provenienz geschlossen werden, wo der französische Einfluss von großer Bedeutung war und dessen Stilelemente in die Möbelproduktion übernommen wurden.

(Der Text ist mit genauen Quellenangaben und Fußnoten im Katalog zur Ausstellung "Aufgemöbelt - Historische Möbel aus der Sammlung des Stadtmuseums Simeonstift" nachzulesen.)

Material/Technique

Fichtenholz, Palisander, Rosenholz, Mooreiche, Buchsbaum, Carrara-Marmor, Messing, Eisen

Measurements

H 77 cm, B 75.5 cm, T 39 cm

Stadtmuseum Simeonstift Trier

Object from: Stadtmuseum Simeonstift Trier

Das Museum ist ein stadtgeschichtliches Museum mit Sammlungsschwerpunkten auf Zeugnissen der Trierer Stadtgeschichte sowie auf Kunst und Kultur der ...

Contact the institution

[Last update: ]

Usage and citation

Cite this page
The textual information presented here is free for non-commercial usage if the source is named. (Creative Commons Lizenz 3.0, by-nc-sa) Please name as source not only the internet representation but also the name of the museum.
Rights for the images are shown below the large images (which are accessible by clicking on the smaller images). If nothing different is mentioned there the same regulation as for textual information applies.
Any commercial usage of text or image demands communication with the museum.