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Stadtmuseum Simeonstift Trier [VI.16]

Damensekretär

Damensekretär (Stadtmuseum Simeonstift Trier RR-R)
Provenance/Rights: Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)

Description

Zu dem heute zweiteiligen Damenschreibtisch gehörte ursprünglich ein Aufsatz, der leider verloren ist. Der geschweifte, nussbaumfurnierte Möbelkorpus besitzt einen zierlich eleganten Aufbau mit langen, schlanken, S-förmig geschweiften Rehbeinen (Pieds-de-biche) aus massivem Nussbaum. In der Front sind diese durch eine geschweifte, mit geschnitzten Rocailles, einer zentralen Kartusche, Blättern und Blüten verzierten Abschlussleiste miteinander verbunden. Das Gestell ist tischartig gestaltet. Die Zarge nimmt in der Front eine Schublade mit zwei Handhaben aus vergoldeter Bronze auf, deren Schlüsselschild verloren ist. Die Tischplattenkante ist konvex-konkav geschweift und ragt vorne relativ weit in den Raum vor, wodurch die Nutzung erleichtert wird. An den Seiten dagegen besitzt sie nur wenig Überstand und rückwärtig schließlich keinen mehr, sodass die Rückseite plan ist. Darüber erhebt sich das Schreibpult mit schräger Platte, die nach oben hin in einem weiten Bogen endet. Die Ecken des Pultes sind abgeschrägt und bombiert, während die Korpusseiten gekehlt sind. Als oberer Abschluss des Möbels dient heute eine neue, glatte Platte. Der ursprüngliche Aufsatz ist verloren, sein Aussehen ist leider nicht überliefert. Eine Fotografie von 1933 beweist, dass die heutige Platte schon damals den Sekretär abschloss. Das Innere ist schmucklos gehalten mit einem einfachen Eingerichte. Das mit Nussbaum furnierte Möbel besitzt großflächig gestaltete Marketerien: Rechteckige Füllungen mit gespiegeltem Nussbaum oder Nussbaumwurzel sind von einem Marketeriefaden aus Zinn oder Buchsbaum umgeben, der sie von einem Rahmen aus gefiedert gesetztem Nussbaum absetzt. Besonders aufwendig sind sie an der Schreibplatte und an den bombierten, abgeschrägten vorderen Ecken. Dort wurde ein feines Nussbaummaserfurnier verwendet. Dieser kleine Damensekretär ist aufgrund seiner geschweiften Formen und den eleganten, S-förmig geschwungen, schlanken Beinen in die Zeit um 1760/70 zu datieren. Die Konstruktionsidee ist vergleichbar mit jener des Sekretärs, der heute eine ebonisierte Oberfläche besitzt. Auch hier findet sich die Verbindung von Tischgestell auf schlanken, geschweiften Beinen mit einer Zargenschublade und aufsitzendem Schreibpult wieder. Freilich sind die Formen des hier zu betrachtenden Möbels und seine Gestaltung weitaus eleganter und aufwendiger als beim doch eher bürgerlich wirkenden Vergleichsstück. Das aufwendige Schnitzwerk an der geschweiften Abschlussleiste wie auch die ausgesuchte Marketerie lassen das Möbel eher höfisch erscheinen. Aufgrund von vier Indizien lässt sich davon ausgehen, dass es Trierer Provenienz besitzt: die konstruktive Idee eines Schreibpults auf einer Tischplatte, die abgeschrägten, bombierten Ecken, die Verarbeitung von Furnier und Marketerie, welche jener des Trierer Aufsatzsekretärs entspricht, sowie schließlich das Schnitzwerk der unteren Abschlussleiste. Dieses besitzt die typischen Formen der Trierer Schnitzereien. Nicht nur in seinen Motiven, der runden Kartusche mit ihren begleitenden kleinen, radiärsymmetrischen Blüten und den Rocailles, sondern auch in der Art der Ausführung zeigt sich die typische Trierer Art.

(Der Text ist mit genauen Quellenangaben und Fußnoten im Katalog zur Ausstellung "Aufgemöbelt - Historische Möbel aus der Sammlung des Stadtmuseums Simeonstift" nachzulesen.)

Material/Technique

Eiche, Nadelholz, Nussbaum, Buchsbaum

Measurements

H 99.5 cm, B 109 cm, T 70 cm

Stadtmuseum Simeonstift Trier

Object from: Stadtmuseum Simeonstift Trier

Das Museum ist ein stadtgeschichtliches Museum mit Sammlungsschwerpunkten auf Zeugnissen der Trierer Stadtgeschichte sowie auf Kunst und Kultur der...

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