museum-digitalrheinland-pfalz

Close
Close
Stadtmuseum Simeonstift Trier [VI.11]

Kommode

Kommode (Stadtmuseum Simeonstift Trier RR-R)
Provenance/Rights: Stadtmuseum Simeonstift Trier (RR-R)

Description

Die dreischübige Kommode steht auf geschwungenen Beinen, die in Volutenfüßen enden. Eine Platte aus italienischem Brèche violette-Marmor deckt das Möbel ab.1 Der gebauchte Korpus schwingt an der Front zur Mitte hin aus, während die Seiten nach innen geschwungen sind. Die untere, abschließende Leiste ist geschweift und mit Schnörkeln sowie C- und S-Schwüngen beschnitzt. Die Seiten des Korpus und die Schubladenfronten sind furniert und mit Marketerien verziert. Letztere sind in Felder gegliedert, die Rahmen aus gefiedertem Nussbaum mit einer feinen Ahornader besitzen. Der Fond ist mit Nussbaumwurzel furniert und um den Schlüsselschild mit verschlungenen Ranken mit kleinen Blüten marketiert, rechts und links davon sitzen die Handhaben. Die beiden Seiten sind mit einer gleichartigen Rahmung versehen. Hier ist auf dem außergewöhnlich gemaserten Nussbaumwurzelfurnier jeweils eine Vase mit einem Blütengebinde marketiert. Allen Blumenmarketerien ist mit Gravuren eine Binnenzeichnung gegeben worden. Die Blätter und Rankenstiele sind grün gefärbt, was heute teilweise stark verblasst ist. Die Gestaltung der Vasen ist sehr auffällig. Vasenfuß und -körper sind aus Schnörkeln, C- und S-Schwüngen gebildet, die die Maserung des Nussbaumwurzelfonds sichtbar lassen, wodurch keinerlei plastische Wirkung erreicht wird und das Objekt rein grafisch bleibt. Zwar in opulenterer Weise, aber nach dem gleichen Gestaltungsprinzip gearbeitet, sind die marketierten Vasen der Türen eines zweiteiligen Aufsatzsekretärs im Kunsthandel. Auch dort sind die Gefäße so gebildet, dass der Untergrund durchscheint. Sie sind aus Schnörkel, C- und S-Schwüngen und Rocailles zusammengestellt. Dabei ist der grafische Eindruck allerdings noch markanter, da der schachbrettartige Grund, auf dem die Vasen stehen, in deren Füßen sichtbar ist. Ebenso sind die Blumengebinde in gleicher Art angeordnet. In dem Sekretär ist das Arrangement aber insgesamt etwas üppiger. Zu den Muschelblümchen und Rosen, die auch an der Kommode des Stadtmuseums Simeonstift zu finden sind, wurden jeweils zwei Tulpen genommen. Ein Vergleich der Abschlussleisten der beiden Möbel zeigt abermals erstaunliche Übereinstimmungen in der Gestaltung. Wenn auch wiederum etwas aufwendiger, ist die geschweifte Leiste des Schranks ebenfalls mit geschnitzten Schnörkeln sowie C- und SSchwüngen verziert. Ein großer Dielenschrank aus dem Kunsthandel, der mit Sicherheit aus Trier stammt und die typischen Trierer Merkmale besitzt, zeigt dasselbe Gestaltungsprinzip bei seinen marketierten Vasen. In der mittleren Füllung seiner Türen ist auf dem lebhaft gemaserten Nussbaumfurnier ein Blumenstrauß aus Nelken und Lilien in einer Vase dargestellt, die aus Rocailles, C- und S-Schwüngen gebildet ist und den Untergrund durchscheinen lässt. Diese Gestaltung ist offensichtlich ein lokales Merkmal und lässt für die drei Möbel eindeutig Trier als Herkunftsort bestimmen.

(Der Text ist mit genauen Quellenangaben und Fußnoten im Katalog zur Ausstellung "Aufgemöbelt - Historische Möbel aus der Sammlung des Stadtmuseums Simeonstift" nachzulesen.)

Material/Technique

Nadelholz, Nussbaum, Ahorn, Buchsbaum, Obsthölzer, Marmor

Measurements

H 82 cm, B 86 cm, T 53 cm

Stadtmuseum Simeonstift Trier

Object from: Stadtmuseum Simeonstift Trier

Das Museum ist ein stadtgeschichtliches Museum mit Sammlungsschwerpunkten auf Zeugnissen der Trierer Stadtgeschichte sowie auf Kunst und Kultur der ...

Contact the institution

[Last update: ]

Usage and citation

Cite this page
The textual information presented here is free for non-commercial usage if the source is named. (Creative Commons Lizenz 3.0, by-nc-sa) Please name as source not only the internet representation but also the name of the museum.
Rights for the images are shown below the large images (which are accessible by clicking on the smaller images). If nothing different is mentioned there the same regulation as for textual information applies.
Any commercial usage of text or image demands communication with the museum.