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Historisches Museum der Pfalz, Speyer Domschatzkammer im Historischen Museum der Pfalz (Sammlungsausstellung) [D_0805]

Lehrbach-Kelch

Lehrbach-Kelch (Domschatzkammer im Historischen Museum der Pfalz, Speyer RR-R)
Provenance/Rights: Domschatzkammer im Historischen Museum der Pfalz, Speyer / Kurt Diehl, Peter Haag-Kirchner (RR-R)

Description

Der Kelch ist eine Schenkung des Reichsgrafen Damian Hugo Philipp von Lehrbach an den Speyerer Dom und besteht aus getriebenem und gegossenem Gold; die Medaillons sind aus Perlmutt. Sehr reich ist die Edelsteindekoration: Smaragde, Rubine, Diamantrosen, Brillanten bilden den Dekor, der 444 Steine umfaßt. Über dem geschweiften, abgetreppten Rand steigt der leicht gewölbte Fuß zum Schaft empor. Dieser schließt mit dem tellerförmig nach außen gezogenen Wulstring ab. Der vasenförmige Nodus ist durch zwei glatte Baluster abgesetzt. Den unteren Teil der Kuppa umzieht ein wellenförmiger Fries, der die reiche Dekoration des Kelches abschließt. Üppiges Laub- und Bandelwerk wechselt mit figürlichem Schmuck. An Fuß und Kuppa weisen je drei Engel auf die Leidenswerkzeuge Christi: am Fuß tragen sie das Schweißtuch der Veronika, die Würfel der Soldaten, den Geldbeutel des Judas, die Geißel, die Dornenkrone sowie Rohrkolben und Rutenbündel. Weitere Engel sind an der Kuppa mit dem Kreuz, der Geißelsäule sowie einem Korb dargestellt, in dem Hammer, Zange und Nägel liegen. Die Perlmuttreliefs der Medaillons zeigen Szenen aus dem Alten Testament: am Fuß das Goldene Kalb, den Zug durchs Rote Meer und den Traum Jakobs von der Himmelsleiter. An der Kuppa werden die Eherne Schlange, das Opfer Abrahams und die Mannalese dargestellt. Am Nodus sind in Goldreliefs die Heiligen Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist sowie als Marienfigur im Kegelmantel die Hammerthaler Muttergottes gezeigt. Dieses Gnadenbild wurde bis zur Säkularisation in der Münchener Augustinerkirche verehrt. Der Kelch wurde in München hergestellt. Für das Jahr 1723 wird der Kaufpreis von 1300 Gulden genannt. Am 24. Mai 1812 hat Damian Hugo Philipp Graf von Lehrbach den Kelch dem Speyerer Dom vermacht mit der Maßgabe, daß dieser dem jeweiligen Bischof und seinem Nachfolger zur Verfügung stehen soll und auf keinen Fall veräußert werden darf. Graf Lehrbach wurde 1738 in BruchsaI geboren. Nach dem Abschluß des Studiums trat er in das Jesuitenkollegium in Mainz ein. 1764 wurde er in Speyer zum Priester geweiht. 1775 bekam er eine Kanonikatsstelle im Freisinger Domkapitel und wurde Regens in Dorfen, Propst des Kollegiatsstifts St. Wolfgang, Propst des Kollegiatsstifts St. Zeno in Isen und Vizepräsident der hochfürstlich-freisingischen Geistlichen Regierung. 1809 gab er seinen Wohnsitz in Freising auf, zog zuerst nach Mainz und dann 1811 ins Magdalenenkloster nach Speyer. (Franz-Xaver Portenlänger)

Material / Technique

Gold, Edelstein, Perlmutt

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[Last update: 2016/12/16]

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