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Naturhistorisches Museum Mainz / Landessammlung für Naturkunde Rheinland-Pfalz Bibliothek und Archiv [o. Inv.]

Die Mainzer Quaggas vor 1945

Die Mainzer Quaggas vor 1945 (Naturhistorisches Museum Mainz / Landessammlung für Naturkunde Rheinland-Pfalz CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Naturhistorisches Museum Mainz / Landessammlung für Naturkunde Rheinland-Pfalz (CC BY-NC-SA)

Description

Das Quagga (Equus quagga quagga) ist eine ausgestorbene Unterart des Steppenzebras (Equus quagga). Im Gegensatz zu den heute noch lebenden Zebras waren lediglich Kopf und Hals kräftig schwarz-weiß gestreift. Das Quagga war die südlichste Unterart des Steppenzebras und besiedelte ursprünglich in großen Herden die Steppengebiete Südafrikas.
Ab dem 17. Jahrhundert wurde es insbesondere durch die Kolonialherren bejagt - einerseits, da man im Quagga eine Nahrungskonkurrenz für die eigenen Weidetiere sah, andererseits aus sportlichen Gründen. Die letzte kleine Restpopulation des Quaggas wurde vermutlich durch eine Dürres im Jahre 1877 ausgerottet, ein Einzeltier lebte noch im Artis Magistra Zoo in Amsterdam, wo es im August 1883 verendete. Heute existieren weltweit noch 23 Standpräparate des Quaggas - viele davon in Deutschland (u.a. Wiesbaden, Darmstadt, Frankfurt, Berlin). In ganz Afrika gibt es noch ein Fohlen im Museum von Kapstadt.
Mainz ist das einzige Museum weltweit, dass über mehr als ein Tier verfügt. Die "Quagga-Familie" aus Hengst, Stute und Fohlen wurde bereits in der Gründungsphase der Rheinischen Naturforschen Gesellschaft vor 1850 angeschafft. Das Foto zeigt die Aufstellung der Tiere vor dem Bombenangriff am 27. Februar 1945. Bei diesem Angriff wurde zumindest das Fohlen stark zerstört - große Teile des Körpers verbrannten. Heute sind lediglich die Kopfpartien und die Beine noch im Original erhalten. Um Gelder für den Wiederaufbau des Museums zu erzielen, wurde 1950 von Seiten der Stadt zunächst beabsichtigt die Quaggas zu verkaufen. Die so erzielten Einkünfte sollten in den Neubau des Museums fließen. Das Vorhaben scheiterte jedoch, da lediglich ein Angebot in Höhe von 5.000 DM gemacht wurde, das als indiskutabel abgelehnt wurde. Ab den 1980er Jahren befasste sich der Präparator Reinhold Rau aus Südafrika mit der Präparation der Mainzer Quaggas. Bei der Wiederherstellung des Fohlens fand er dünne Hautüberzüge über den Hufen des "Fohlens" - ein klarer Hinweis, dass es sich bei dem vermeintlichen Fohlen um einen Fötus gehandelt haben muss, der direkt dem Leib einer Stute entnommen wurde, da sich dieser Hautüberzug unmittelbar nach der Geburt mit den ersten Schritten des Fohlens abscheuert. Nun stellte sich Rau die Frage, ob sich die Mutter des Fötus ebenfalls in einer Sammlung finden ließe. 1984 gelang es einer amerikanischen Arbeitsgruppe erstmals kurze DNA-Abschnitte aus Geweberesten dieser ausgestorben Art zu sequenzieren - ein absolutes Novum. Die Gewebereste stammten von den Mainzer Quaggas. Neuere Untersuchungen an mehreren Exemplaren des Quaggas und des ebenfalls ausgestorbenen Burchellzebras (Equus quagga burchellii) - auch von dieser Art verfügt das Naturhistorische Museum über ein Exemplar - führten zu einer Klärung der Verwandtschaftsverhältnisse. Das Foto zeigt links oben den Quagga-Hengst, unten die Quagga-Stute, rechts oben die Burchell-Zebrastute und unten das Quaggafohlen.

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? - 1944
[Relation to time] [Relation to time]
1939 - 1945
1947

[Last update: 2017/04/29]

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